Streicheln oder Klopfen zum Loben des Pferdes – Was ist nun besser?

Wir freuen uns sehr, dass wir einen neuen wissenschaftlichen Nachweis für unsere These erhalten haben, dass es aus einer pferdezentrischen Perspektive sinnstiftender ist, das Pferd für Leistung zu Streicheln anstatt es am Hals zu Klopfen. Der wild aufgewachsene Mustang auf unserem kleinen Demonstrationsfilm war bei der ersten Begegnung untrainiert und wurde mit EBEC (Evidence Based Equine Communication) an menschliche Berührung am Hals und das Halfter gewöhnt. Es wurde noch keine Konditionierung auf lobende Reize wie Klopfen oder Streicheln für positives Verhalten etabliert. Wir zeigen auf, dass das Pferd Berührungen am Hals in Richtung Widerrist akzeptiert, das Klopfen jedoch als wesentlich unangenehmer, wenn nicht gar als bedrohlich empfindet. Ein Abwehrverhalten ist deutlich erkennbar. Die unten angehängte Studie untermauert unsere These, das Streicheln/Kraulen am Widerrist aus einer pferdezentrischen Perspektive zu bevorzugen ist.

Wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Reiten erregende Auswirkungen auf Pferde hat und somit das Wohlbefinden von Pferden beeinflussen kann. Geschichtlich gesehen halten Pferdetrainer Entspannung vom Pferd, während des Reitens für notwendig, um das Lernen und die Leichtigkeit des Ausbildungsprozesses zu optimieren, da es dem Pferd ermöglicht in diesem Zustand leichter auf die Hilfen des Reiters zu reagieren. In vielen Reitfachbüchern wird empfohlen, das Pferd am Hals zu klopfen, um es zu belohnen und es zu beruhigen. Es gibt jedoch keine natürlichen Verhaltensweisen unter Pferden zu beobachten, welche mit dem Klopfen von Mensch zu Pferd vergleichbar wären, sodass man annehmen kann, dass das Klopfen am Hals nicht passend bzw. artgerecht ist. Gegenseitige Fellpflege wurde als Verhalten biologischer Bedeutung identifiziert und wird von Pferden bei Artgenossen in einem sozialen Kontext als auch im Bindungsprozess als Komfortverhalten durchgeführt. Untersuchungen zeigen, dass das Kraulen im Bereich des Wiederristes eines Pferdes gegenseitige Fellpflege zu imitieren scheint und somit eine weitaus nützlichere Aktivität ist, um Entspannung des Pferdes zu fördern, als das gängige Klopfen am Hals. Das Ziel der vorliegenden Studie war es, festzustellen, ob Pferde unterschiedlich auf das Kraulen am Widerrist, das Klopfen am Hals und auf keine Aktion während des Reitens reagieren.

In der Studie wurden 18 Pferde willkürlich ausgewählt und auf drei Versuchsgruppen aufgeteilt. Jedes Pferd wurde durch einen kurzen Parcours geritten (20m x 40m) und eine der Methoden wurde für jeweils eine Minute angewandt. Der Parcours wurde dann zwei weitere Male geritten um die zwei verbleibenden Methoden zu testen. Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und verhaltensspezifische Haltung von Ohren, Beinen, Schweif, Kopf und Mundbewegungen wurde bei allen Pferden gemessen. Im Vergleich zum Kraulen am Wiederrist, verursachen die zwei anderen Methoden vergleichbar ein höheres Maß an unruhigem Verhalten, einschließlich des Ohren anlegen, eindeutigem Zug gegen den Zügel und Schweifschlagen. Die verhaltensspezifischen Ergebnisse in dieser Studie lassen annehmen, dass einminütiges Kraulen am Wiederrist dem Pferd helfen kann, sich unter dem Sattel zu entspannen. Entgegen Erwartungen, zeigten die Pferde eine ähnliche hohe Anzahl von unruhigem Verhalten in der Kontrollgruppe und beim Klopfen am Hals. Diese Erkenntnisse haben Auswirkungen auf die Handhabung und das Wohlbefinden der Pferde beim Reiten. Einminütiges Kraueln am Wiederrist des Pferdes kann, im Vergleich zum Klopfen am Hals oder zum nicht Berühren, für Reiter eine nützliche Methode sein um Pferden beim Reiten zur Entspannung zu verhelfen, und somit das Wohlbefinden des Pferdes zu fördern.

EBEC ist eine wissenschaftlich basierende Trainingsmethode, die auf wissenschaftlichen Ergebnissen basiert und ist weltweit die einzige Trainingsmethode, die aus der Perspektive des Pferdes entwickelt wurde. EQUINE COACHES, die in der AKA ausgebildet werden, wenden dementsprechend als positiven Verstärker im Rahmen der operanten Konditionierung das Streicheln am Hals und/oder Widerrist an.

„AKA | Andrea Kutsch Academy’s Global Mission is to create inner-peace through non-violent communication solutions.“

Physiological and behavioral responses of horses to wither scratching and patting the neck when under saddle

Zoë Thorbergson* (Charles Sturt University, New South Wales); Sharon Nielsen (Charles Sturt University, New South Wales); Rodney Beaulieu (California State University, United States); Rebecca Doyle (University of Melbourne, Australia)

Evidence suggests riding could be considered an arousing event for horses, and so may have implications for their welfare. Historically, horse trainers indicate relaxation of the horse during riding is imperative to facilitate learning and ease of training as it allows the horse to be in a state more conducive to respond to rider aids. Patting the neck as a form of reward or a means to soothe the horse has been recommended in certain riding manuals. No comparable horse-horse behaviors to human-horse patting have been identified, thus patting may not be relevant ethologically. Mutual grooming has been identified as a behavior of biological importance and is performed by equines towards conspecifics in a social bonding context and as a comfort behavior. Research suggests that scratching the wither area of a horse seems to imitate mutual grooming, thus may be a more useful tool for relaxation compared to the common practice of neck patting. The aim of the present study was to determine whether horses respond differently to wither scratching (WS), neck patting (NP) and no interaction (control, C) when under saddle. In the current study, 18 horses were exposed to three randomized treatments: C, NP and WS. Each horse was ridden through a short obstacle course (20 X 40 m), one of the three treatments were applied for one minute. The course was then ridden twice more in order to test the remaining two treatments. Data were analyzed using a generalized linear mixed model in AsREML. Heart rate (HR), heart rate variability (HRV), and behavioral postures, of ear, leg, tail, head, and mouth movements were measured in the horses. Wither scratching produced a significantly longer duration of the relaxed-type behaviors head below the withers (F= 24.62, P < 0.001) and neutral ears position (F= 9.35, P < 0.009), than the other two treatments. Compared to WS, C and NP treatments caused more agitated-type behaviors including ears back (F= 11.91, P = 0.003), reefing on the reins (defined as a distinct pull against the reins) (F= 28.16, P < 0.001), and tail swishing (F= 18.32, P < 0.001). No significant treatment differences were found for HR and HRV parameters measured. Behavioral results in the current study suggest that wither scratching for a one minute period may help to increase relaxation when the horse is standing under saddle. Unexpectedly, horses displayed a similar number of agitated behaviors during both NP and C treatments. These findings may have implications for the management and comfort of horses while under saddle. Two behaviors, left ear lateralization and right ear lateralization, were identified as being potentially useful indicators of the affective states of horses. While these behaviors show promise, further investigation is needed.

LP: Wither scratching for one minute may provide a useful tool for riders to help a horse relax while under saddle compared to neck patting or no contact and consequently improve welfare.