Was Ihr jetzt wissen müsst

Die Angst geht um – und das global: Täglich gibt es neue Meldungen dazu, wie das Corona-Virus seinen Weg in immer mehr Länder findet, wie die hochansteckende Atemwegserkrankung Ärzte in Alarmbereitschaft versetzt und wie Patienten umgehend isoliert werden. Auch Pferde können von dem Corona-Virus betroffen sein. Doch wie Veterinärmediziner Peter Timoney vom Gluck Equine Research Center in Kentucky deutlich macht, handelt es sich dabei um eine ganz andere Erkrankung als die, die derzeit die Welt beschäftigt. Dennoch ist auch sie recht neu und weniger erforscht.

Viele Formen der Ausprägungen

Bei Corona-Viren handelt es sich um eine ganze Gruppe von Krankheitserregern, die eines gemeinsam haben: Sie haben kronenförmige Auswölbungen, die unter dem Mikroskop sichtbar werden. Zu der Familie zählen sowohl die Erreger der 2012 in China entdeckten Krankheit SARS (SARS-CoV), als auch das zehn Jahre später in Saudi Arabien aufgetauchte MERS (MERS-CoV). Beide Krankheiten betreffen, ebenso wie das aktuell neu entdeckte Corona-Virus der gleichen Familie, die menschlichen Atemwege. Ihnen gemeinsam ist auch die hohe Ansteckungsgefahr und ihre potenzielle Tödlichkeit.

Gefahr im Verborgenen

Auch unsere Haustiere können am Corona-Virus erkranken – das gilt für Katzen, Schweine, Rinder und eben auch für Pferde. Den Unterschied zum Menschen macht die Form der Ausprägung, denn das für Pferde risikoreiche und auch erst jüngst entdeckte Corona-Virus (ECoV) betrifft nicht die Atemwege, sondern die Verdauungsorgane. Und das auch nicht unbedingt in allen Fällen: Von 472 Tieren einer Studie, die oral mit dem Krankheitserreger in Kontakt kamen, lag in rund 80 % der Fälle maximal eine leichte Infektion vor, jedoch ohne klinische Anzeichen. Einige Tiere entwickeln Fieber, verminderten Appetit und einen unterschiedlich hohen Grad der Lethargie, aber ebenfalls keine Anzeichen einer Magen-Darm-Erkrankung. Nur 20% der infizierten Pferde zeigten Merkmale einer klinischen Erkrankung mit weichem Kot und kolikartigen Symptomen. Weniger als 5% der Fälle wiesen Anzeichen einer neurologischen Beeinträchtigung auf, die ihre Ursache möglicherweise in einer Hyperammonämie im Darmtrakt hatte.

Großer Forschungsbedarf

Diese Ergebnisse decken sich mit denen für andere Tierarten kritischen Corona-Viren. Dennoch sind die Zusammenhänge momentan kaum erforscht. An einem Impfstoff gegen ECoV wird gerade gearbeitet. In Japan wird momentan ein Gegenmittel für Kühe getestet und parallel geforscht, ob dieses eventuell auch Pferden helfen kann. An erster Stelle steht daher aktuell die Verhinderung von Infektionen und Pandemien. Hier sind die Pferdehalter gefordert: Die beschriebenen Anzeichen sollten ernst genommen werden und im Zweifel setzt ein medizinischer Test auf ECoV dem Rätselraten ein Ende. Hierfür ist eine genaue Kenntnis der Besonderheiten des individuellen Pferdes und eine gute Beobachtungsgabe sehr hilfreich. Liegt tatsächlich eine Erkrankung vor, ist die Isolation des Pferdes unabdingbar. Da hilft Euch aber Euer Tierarzt weiter. In den Lehrgängen der AKA lernt Ihr in jedem Fall eine gute Beobachtungsgabe für das Pferdeverhalten zu entwickeln. Das hilft Euch normal von unnormal besser zu unterscheiden. Denn EBEC (Evidence Based Equine Communication) basiert darauf das Pferdeverhalten aus der Perspektive des Pferdes zu betrachten und eventuelle Interpretationen zu vermeiden.

Ungeklärte Sachlage

Es bleibt abzuwarten, ob das neu entdeckte menschliche Corona-Virus andere Arten infizieren kann. Inzwischen ist lediglich bekannt, dass die beiden anderen wichtigen menschlichen Corona-Viren (SARS-CoV und MERS-CoV) ursprünglich von Fledermäusen stammten, bevor sie auf andere Arten übersprangen, die dann zu Zwischenwirten wurden. Aktuell konzentriert sich die Vermutung darauf, dass der Chinesische Krait oder die Chinesische Kobra als Wirt oder Zwischenwirt fungierten, aber bereits morgen können andere Erkenntnisse vorliegen. Virenforscher sagen derzeit: „Es bleibt noch viel zu tun, bevor wir den Ursprung des neuen menschlichen Corona-Virus bestimmen können“. Also für jetzt gilt für Euch die Bitte, beobachtet Eure Pferde gut. Wenn sich plötzlich im Gesundheitszustand, dem Gemüt oder der Leistung Eures Pferdes etwas verändert, schneller als sonst den Tierarzt zu Rate ziehen.


 

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