Kinder lernen fast spielerisch und scheinen Neues aufzusaugen wie ein Schwamm. Das gilt für Menschenkinder wie auch für Fohlen. Halter tendieren daher dazu, diese Zeit so effektiv wie möglich nutzen zu wollen, am besten mit täglichem Training. Doch eine Studie von Dr. Hayley Randle von der Fakultät für Tier- und Veterinärforschung an der Charles Sturt Universität in New South Wales, Australien zeigt, dass auch sehr junge Pferde ihre Pause brauchen, selbst wenn die Trainingseinheiten noch so kurz sind. Und nicht nur das: Haben sie freie Tage, sind sie deutlich entspannter und lernen damit viel effektiver.

Zu viel des Guten

Mit ihrer Kollegin Jaymie Loy untersuchte sie das Training von Fohlen im Alter von unter 8 Wochen. Gelernt werden sollte, dass die jungen Tiere auf ein Zeichen der Halter losliefen oder stehen blieben. Trainiert wurde zwar nur eine knappe halbe Stunde am Tag, aber die Tiere, die vier Tage lang durchgehend „arbeiten“ mussten und erst dann eine Pause von zwei Tagen hatten, entwickelten signifikant höhere Verhaltensweisen, die auf Stress hindeuteten. Sie fingen an, regelmäßig am Halfter zu kauen – ein ganz klares Anzeichen von Unwohlsein und Druck. Die Kontrollgruppe dagegen, die bereits nach zwei Tagen Training einen freien Tag hatten und dann wieder loslegte, zeigte diese Verhaltensweisen nicht.

Gleicher Lerneffekt

Die Wissenschaftlerin beobachtete zudem, dass die Tiere beider Gruppen gleich schnell lernten und auch in gleichem Maß in der Lage waren, das Erlernte abzurufen und zu erinnern. Der Unterschied lag damit „nur“ in der über das Verhalten ausgedrückten Wahrnehmung der Situation. Während die Tiere, die nach zwei Tage eine Pause gehabt hatten, entspannt ins Training gingen, zeigte die andere Gruppe Anspannung und Stressverhalten. Dies umso intensiver, je jünger die Fohlen waren. Tieren, die älter als 8 Wochen waren, zeigten diese Unterscheide übrigens nicht.

Positive Bindung

Wer von Anfang an eine positive Mensch-Pferd-Bindung aufbaut, wird es später auch viel leichter haben, seinem Pferd neue Dinge beizubringen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf rät Randle dringend dazu, die kognitiven Möglichkeiten und auch Grenzen junger Fohlen im Blick zu behalten. Ein Pferd, das sich von Anfang an überfordert fühlt, das Training mit Stress und Unangenehmem verbindet, wird auf lange Sicht nicht so aufnahmefähig und lernwillig sein, wie ein Tier, dass Training per se als Entspannt erlebt.

Wie Du das Lernen so gestaltest, dass Dein Pferd Freude dran hat und damit umso williger mitmacht und gute Fortschritte erzielt, zeigen die Seminare und Lehrgänge der AKA. Die von Andrea Kutsch entwickelte Methode EBEC (Evidence Based Equine Communication) gibt Dir ein Instrument, das die natürlichen Grenzen der Fähigkeiten Deines Pferdes nicht überschreitet. So erlebt Dein Tier das Lernen als positiv und ihr werdet viel schneller viel bessere Trainingsergebnisse erzielen.


 

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