Sedierung – das Ruhigstellen von Pferden durch Beruhigungsmittel – kann in bestimmten seltenen Situationen nützlich sein. Zum Beispiel für medizinische Behandlungen. Kritischer zu sehen ist das Sedieren für den Transport oder gar fürs Pferdetraining.

Denn um Lernen möglich zu machen, um den Pfad ins Kurzzeitgedächtnis und darüber in das permanente Erinnerungsvermögen eines Pferdes zu aktivieren, ist das sensorische Gedächtnis unabdingbar. Erst Wahrnehmungen wie das Riechen, Sehen, Hören, Tasten öffnen den Weg, um Erfahrungen überhaupt abspeichern zu können.

Wer sein Pferd in einer Situation, in der es panisch reagiert, sediert, blockiert diesen Pfad und gibt dem Tier keinerlei Chance, etwas zu lernen. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass bei sedierten Pferden grundsätzlich die Angst bleibt, womöglich sogar größer wird.

Wie also das Problem langfristig ohne Sedieren lösen? Denn um überhaupt lernen zu können, müssen Pferd ja auch ruhig sein. Andrea Kutsch verdeutlicht dies an einem Beispiel: Ein Pferd hat Angst vorm Scheren, ja richtiggehend Panik vor der Schermaschine.

Der erste Schritt: Herausfinden, wovor das Tier eigentlich Angst hat. Ist es das Geräusch? Oder das Annähern der Maschine an den Körper? Welches ist der Reiz? Hier ist genaue Beobachtung gefragt, denn auf der Ursache der Angst wird später der Trainingsplan basieren. Ziel ist es, das Pferd in einen ruhigen Zustand zu versetzen, ohne die Wege in die verschiedenen Gedächtnisstufen zu blockieren. Das funktioniert mit Shaping und den feinen Signalen, die die operante Konditionierung via negativer Verstärkung aussendet.

In einem größeren Abstand zum Pferd wird nun die Schermaschine angemacht. Ist das Pferd lediglich angespannt, ist dies der richtige Ort, reagiert es mit Panik, ist der Abstand zu gering. Die Schermaschine läuft nun so lange, bis das Pferd Zeichen der Entspannung, also des gewünschten Verhaltens, zeigt. Erst dann wird sie ausgemacht. Diese Übung mindestens dreimal am gleichen Ort wiederholen, so kann sie den Weg ins Erinnerungsvermögen finden. Dann sich schrittweise mit der Schermaschine annähern. Damit hat das Pferd eine Chance, das Umgehen mit dem Ungewohnten zu lernen.

Wer mehr darüber wissen möchte, schaut sich die Tipps und Tricks im Video an.

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