An apple a day keeps the doctor away – so lautet ein wohlbekanntes, englisches Sprichwort. Zu Recht, denn selbst hochgelobtes Superfood sieht ziemlich alt aus, wenn es um die gesunden Eigenschaften von Äpfeln geht: Sie reinigen die Leber, sanieren die Darmflora, sind gut fürs Gehirn und bringen die Abwehr auf Trab.

So ein gesunder Snack tut auch Pferden gut. Doch was ist mit den Apfelkernen? War da nicht was mit Blausäure? „Das stimmt“, so Dr. Clair Thunes, Ernährungsexpertin für Pferde aus Arizona. Doch wie bei so vielen Dingen im Leben, kommt es auch beim Apfelessen auf die Dosierung an – beim Menschen wie bei Tieren.

Apfelkerne enthalten einen giftigen Schutzmechanismus

Apfelkerne enthalten – wie viele andere Kerne auch – den Stoff Amygdalin. Er befindet sich tief im Inneren der Kerne und wird dann freigesetzt, wenn sie zerkaut werden. Amygdalin wird im Körper von Säugetieren in Cyanwasserstoff, also Blausäure umgewandelt – die tödlich sein kann. Mit diesem Mechanismus schützt sich das Obst vor der Ausrottung: Gerade Kleintiere werden Apfelkerne nicht anrühren, so dass diese später auskeimen können.

Erst große Mengen werden dem Pferd gefährlich

1g Apfelkerne enthält 1 bis 4 mg Amygdalin, das, wenn sie wirklich alle zerkaut und verschluckt werden, vom Körper in 0,06 bis 0,24 mg Cyanwasserstoff (Blausäure) umgewandelt wird. Studien haben gezeigt, dass beim Verzehr von 0,4 bis 2 mg Blausäure pro Kilo Körpergewicht Vergiftungssymptome auftreten – die dann zum Koma führen können, zu Lähmungserscheinungen, Herz- und Lungenversagen und schließlich zum Tod. Bei Kleintieren ist diese Grenze schnell erreicht, doch damit es bei einem 100 Kilo schweren Menschen soweit kommt, müsste er um die 270 Apfelkerne auf einmal essen.

Auf Pferde übertragen sind also ungewöhnlich große Mengen an Äpfeln nötig, um einem Tier von um die 500 kg Körpermasse überhaupt gefährlich zu werden. Davon ausgehend, dass ein Apfel rund 20 Kerne enthält, ist die Gefahr einer Blausäurevergiftung bei einem täglichen Obst-Leckerli also nicht gegeben, denn kleine Mengen Blausäure kann der Körper sehr gut selbst entgiften. Er bindet dafür das Cyanid in der Leber an Schwefel. Dadurch entsteht Rhodanid, das anschließend einfach ausgeschieden wird.

Die größere Gefahr liegt woanders

Thunes weist darauf hin, dass es auch andere Amygdalin-Quellen gibt, mit denen Pferde in Berührung kommen können. Kerne von Pfirsichen, Aprikosen und Pflaumen etwa enthalten den Schutz-Stoff ebenfalls. Dennoch sieht die Wissenschaftlerin die Gefahrenquellen für ein Pferd hier eher an anderer Stelle: Die genannten Kerne sind recht groß und könnten dem Tier im Hals stecken bleiben. Sie rät daher davon ab, solche großen Kerne überhaupt zu verfüttern. Ebenso wie sie es für eine gute Idee hält, Äpfel vor dem Füttern besser zu vierteln: Denn ein Pferd, das besonders großen Appetit auf den gesunden Obst-Snack hat, könnte den Apfel sonst ganz schlucken und daran ersticken.

Weitere Tipps für gesunde Snacks und Leckerli bekommst Du in den Kursen der AKA. Dort erfährst Du auch, wie sich der Metabolismus von Pferden von dem des Menschen unterscheidet und was Du deshalb alles bei der Ernährung Deines Tieres beachten musst.


 

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