Für Hunde- oder Katzenbesitzer ist es Standard, dass die vierbeinigen Freunde mit in Wohnung oder Haus leben. Warum müssen wir Pferdefreunde eigentlich immer erst weit fahren, um zu unseren Pferden zu kommen?

Stell dir dagegen mal das vor: Du sitzt abends entspannt auf der Terrasse und siehst dein Pferd zufrieden auf der Weide grasen. Anschließend reitet ihr noch eine kleine Runde durch die Natur und schaut der Sonne beim Untergehen zu.

Nur ein Traum? Vielleicht, aber das muss es ja nicht bleiben.

Den Wunsch, mit ihrem Pferd zu leben, haben viele. Mit dem Stall direkt nebenan und einer engeren Bindung zum Pferd, das dann ein richtiges Familienmitglied wird.

Wer darüber nachdenkt, wird eine Menge Vorteile finden:

  • Keine Fahrtzeit zum Stall
  • Unabhängigkeit von Öffnungszeiten
  • Intensiveres Verhältnis zum Pferd

Doch die Nachteile fallen einem auch schnell ein:

  • Du bist auf dich allein gestellt, musst dich in jedem Detail selbst um dein Pferd kümmern
  • Dir fehlt der Austausch mit anderen im Reitstall, am Reitplatz, in der Reithalle
  • Pferde sind soziale Tiere, du musst mindestens zwei Pferde halten, damit dein Pferd Sozialkontakt hat

Mit Pferden wohnen bedeutet meist: Raus aufs Land

Für die Pferdehaltung benötigst du viel Fläche. Man rechnet pro Pferd einen Hektar Weideland, das sind mal eben 10.000 Quadratmeter. Wenn du nicht das gesamte Futter über deine Weiden erzeugen willst, reicht auch die Hälfte. Aber da du als Minimum zwei Pferde halten musst, brauchst du eben doch diese 10.000 Quadratmeter. Und die idealerweise direkt am Haus – denn sonst musst du ja wieder erst irgendwohin fahren.

Wer nicht superreich ist, wird sich also auf dem Land umschauen müssen. Je weiter die nächste Großstadt, der nächste Bahnhof, das nächste Zentrum, desto günstiger wird es. Leider nimmt parallel das Angebot an Arbeitsplätzen ab. Du wirst also pendeln müssen oder bringst dir deine Arbeit selbst mit. Manche können ja dank Internet selbständig überall arbeiten.

Was viele nicht bedenken: Man muss das Landleben auch aushalten können. Wer jahrelang in der Großstadt gelebt hat und die zahlreichen Angebote dort ständig selbstverständlich nutzt, der könnte sich in der „Pampa“ ein wenig verlassen und gelangweilt fühlen.

Mieten oder Kaufen: Initiative bringt dich ans Ziel

Ein passendes Objekt finden, mit Stall, Weide, Wohnhaus, bei dem alles passt und von dem aus man auch zu seiner Arbeit kommt: das ist fast wie ein 6er im Lotto. Umso mehr, wenn man so etwas dann auch noch relativ günstig mieten kann.

Solche Glückstreffer findet man manchmal über die bekannten Immobilienportale, vieles geht aber unter der Hand weg. Deshalb lohnt es sich, Präsenz zu zeigen. Wenn du dir eine bestimmte Region ausgesucht hast, fahr öfter hin und rede mit Pferdeleuten und „normalen“ Menschen, die du dort triffst. Erzähle, was du planst, hinterlasse möglichst oft einen Steckbrief mit deinen Kontaktdaten und dem, was du suchst.

Das ist zwar recht zeitaufwändig, oft ist es aber der einzige Weg, um rechtzeitig von geplanten Verkäufen zu erfahren. Und Zeit wirst du sowieso aufwenden müssen, wenn du mit Pferden wohnen willst – gewöhn dich also schon mal dran.

Auf diesem Weg erfährst du auch frühzeitig von Grundstücken und Weiden, auf denen du dann eventuell selbst deinen Traum bauen kannst. Vielleicht steht ja das Wohnhaus schon, so dass du nur noch einen Stall bauen musst.

Rundum-Sorglos-Pakete gibt es auch

Weil der Traum, mit Pferden zu wohnen, weit verbreitet ist, haben sich viele Leute Gedanken gemacht, wie man Menschen diesen Traum noch leichter erfüllt.

So gibt es Reithöfe und Reitanlagen, in die man sich einmieten oder einkaufen kann. Dabei geht es um ein Zimmer oder eine kleine Wohnung sowie die Unterbringung für dein Pferd.

Der große Vorteil dabei ist, dass für Gesellschaftspferde gesorgt ist und du dich von Profis bei der Betreuung deines Pferdes unterstützen lassen kannst. Auch die Gesellschaft anderer Reiter kann ein großes Plus sein.

Eine weitere Idee, die man immer häufiger findet, sind Wohnprojekte oder Wohnanlagen für Pferdefreunde. Dabei erwirbt man einen Anteil an einem großen Grundstück, auf das man sein Haus und einen eigenen Stall bauen kann. Zudem nutzt man dann mit anderen Eignern gemeinsame Anlagen wie Ställe, Reitanlage, Halle und mehr. Ein großer Vorteil ist hier die Gemeinschaft der Pferdefreunde, die in solch einer Anlage leben und sich gegenseitig aushelfen.

Vorfreude ist die schönste Freude

Du siehst, dass es gar nicht so abwegig ist, mit Pferden zu leben. Viele tun das schon. Bei manchen kommt aber auch irgendwann die Ernüchterung.

Denn manche Träume sind wertvoller, wenn man sie nicht wahrmacht. Jeden Tag sein Pferd bei sich haben, macht besondere Momente irgendwann alltäglich. Alltag aber ist meist gar nicht mehr so traumhaft, wie man sich das ursprünglich dachte. Und besondere Momente sind dann nicht mehr so besonders.

Das erleben auch viele Auswanderer, die in Deutschland von Sonne jeden Tag träumten. Und wenn sie dann am Ziel sind, merken sie, dass strahlender Sonnenschein attraktiver ist, wenn man ihn nicht jeden Tag hat.

Insofern denke gut drüber nach, ob du wirklich dauerhaft mit Pferden leben willst. Oder ob dein jetziges Leben – von Zeit zu Zeit mit einem Pferd – nicht viel schöner ist.


 

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