Shaping, Konditionierung, Verstärkung – wie können die lerntheoretischen Ansätze genutzt werden, um beispielsweise das Aufsteigen auf ein Pferd zu üben?

Pferde lernen orts- und zustandsgebunden, jede Störung verhindert die Abspeicherung von Infos ins Kurzzeitgedächtnis. Also gilt es zunächst, einen fixen Ort in der Halle festzulegen, zu einem Zeitraum, in dem es sehr ruhig ist.

An der Bande zu üben, ist ein guter Trick, dort kann das Pferd nicht ausweichen. Nun geht es ans Shaping: Die Aufsteigehilfe in einem gewissen Abstand hinstellen, das Pferd daran vorbeiführen und immer am gleichen Ort anhalten. Wichtig: Das Pferd muss dies von links und rechts lernen, da die Gehirnhälften nicht miteinander verbunden sind und die Erinnerung für beide Seiten getrennt abgespeichert wird.

Wenn das Pferd nach mehreren Wiederholungen bei der Übung entspannt ist, die Aufsteigehilfe dichter stellen, das Pferd wieder daran vorbeiführen. Dies alles in kleinen Schritten so lange wiederholen, bis die Aufsteigehilfe an dem Ort steht, an dem das Pferd immer angehalten wird. Wenn es dort ruhig neben der Aufsteigehilfe steht, loben (= positive Verstärkung).

Für die nächsten Schritte sollte jemand das Pferd vorne festhalten. Tipp: Nicht die Trense nehmen, sie tut dem Pferd weh, wenn man stärker ziehen muss. Ein Trainingshalfter mit einem weichen Nasenband verursacht nachweislich keinen Stress, ist also ein gutes Werkzeug, um den Lernprozess nicht zu blockieren.

Jede weitere Lerneinheit erfolgt nun nach dem gleichen Muster. Es geht zunächst einen Schritt auf die Aufsteigehilfe. Erst wenn das Pferd stehenbleibt, wird dieser Reiz entfernt, indem man wieder runtergeht. Dies wiederholen, bis das Pferd keine Reaktion zeigt, eine Volte führen, das gleiche mindestens noch drei Mal.

Ist der erste Schritt geschafft, folgen weitere Teilschritte, die sich gerne über mehrere aufeinanderfolgende Tage verteilen: das Berühren, einen Fuß in den Bügel stellen – dieser Reiz wird immer dann entfernt, wenn das Pferd das gewünschte Verhalten zeigt, nämlich stehen zu bleiben (negative Verstärkung). Tipp: Wenn es geschafft ist und man auf dem Pferd sitzt, das Tier rückwärts richten. Dadurch wird das Verhalten, das vorher da war – das spontane Vorwärtsgehen – ersetzt, und das Pferd bleibt stehen. Denn loslaufen soll es ja erst auf treibende Hilfe.


 

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